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Die
Leiden der Bevölkerung im 30-jährigen Krieg |
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Einquartierung und Plünderung
eigener Truppen |
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Obwohl
sich der Krieg nicht unmittelbar in unserer Heimat abspielte, so war doch
unser Raum mit eigenen Truppen überfüllt. Im Jahre 1631 sollen über 250
000 Mann einquartiert gewesen sein. "Es
galt zu jener Zeit als selbstverständlich, dass die Ernährung und der
ganze Unterhalt des Kriegsvolkes auf Kosten des von ihm besetzten Landes
geschah".
Dabei
waren die eigentlichen Soldaten bei der Bevölkerung weniger gefürchtet
als ihr Tross, bestehend aus Frauen und Kindern und dem sonstigen
Gesindel, das jeder Truppe folgte. Da nur so viel Verpflegung verteilt
wurde, wie Soldaten einquartiert waren, musste das Gesindel vom Stehlen
leben.
"Bei
einer Armee von 25 000 Mann sind mindestens dreimal so viel Knechte,
Jungen, Weiber und Kinder, die alle essen wollen, und da nur so viel
Proviant da ist, was 25 000 Mann brauchen, müssen die anderen
plündern.
Unter
den 25 000 Mann der kaiserlichen Armee waren auch 2 500 Kroaten, grausame,
beutegierige Kerle, welche den Leuten ohne Unterschied der Konfession Ross
und Vieh und alles andere Erreichbare raubten, Dörfer nieder brannten und
viele andere |
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Die Schweden im Land |
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Im
Jahre 1633 durchzogen die Schweden, von der Donau kommend, unter
Plünderung, Mord und Brand unser Gebiet.
"Wo
die Räuber hin kamen, deckten sie die Hausdächer ab und verwendeten das
Stroh als Streu für die Pferde, plünderten alle Häuser, Küchen und
Keller und weideten ihre Pferde auf den Getreidefeldern, dass alles Gras
und Frucht verdarb. Die Kirchen wurden ausgeraubt, Gräber geöffnet,
Türme und Dächer erstiegen und ihres Kupfers beraubt. Das Vieh wurde
überall von der Weide weg mit samt den Hirten geraubt.
Schauderhaft
aber waren die Erpressungen, um Geld zu erlangen. Da wurden Personen durch
die Waden gestochen, andere durch den Leib geschossen. Viele erhielten den
"Schwedentrunk", d. h. so viel Gülle eingeschüttet, bis der
Leib voll war, auf welchem dann die Soldaten herum sprangen. Andere wurden
in Backöfen gesteckt und diese geheizt. Wo diese Horden hin kamen, war
jede Nacht der Himmel gerötet von brennenden Gehöften und
Dörfern."
Schlimm
erging es auch den Geistlichen. Nachdem die Schweden die Roggenburger
Abtei ausgeplündert hatten , waren auch die Mönche geflohen. Einer der
letzten, die im Kloster zurück geblieben waren, war Pater Franz Doser.
Als Bauer verkleidet wurde er auf dem Weg zum Gottesdienst nach Meßhofen
von Soldaten am Wanneberg gefasst und an einer Eiche aufgehängt. Die
Geschichte besagt weiter, dass ihm Maria, die Mutter Gottes, zu Hilfe
eilte und ihn davor bewahrte, dass der Strick ihn erdrosselte, bis einer
der sechs Schweden umgekehrt, zurück gelaufen war und den Strick abhieb.
Zum Andenken an seine wunderbare Rettung ließ Pater Doser als späterer
Abt von Roggenburg an jener Stelle eine Kapelle erbauen. So entstand die
Wallfahrtskirche zum "Wannenkäpelle". |
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Hungersnot |
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Besonders
schlimm litt die Bevölkerung in unserer Heimat unter Hungersnöten. "Von
1632 an entstand eine schreckliche, unbeschreibliche Hungersnot.
Unnatürliche Gegenstände wie Mäuse und andere niedere, ekelhafte Tiere,
Gras und Baumrinde, selbst Aas wurde von den Leuten verzehrt. In der
Memminger Gegend soll sogar Menschenfleisch genossen worden sein und
Mütter ihre eigenen Kinder aufgegessen haben." |
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Der
Schwarze Tod |
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Wie
auf jede Hungersnot folgten auch damals schwere Krankheiten. "Die
im Jahre 1634 aufgetretene Pest wütete 1635 mit ungeheuerer Heftigkeit.
Mehr als die Hälfte der Einwohner waren in diesem Schreckensjahre der
furchtbaren Seuche zum Opfer gefallen. Im Juli dieses Jahres waren in Ulm
täglich über 100 Personen gestorben. Im Dorfe Bihlafingen waren alle
Bewohner bis auf einen einzigen Mann mit Namen Johannes Keller
gestorben". |
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Das
bittere Ende |
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"Am
meisten hatte in unserer Herrschaft das Dorf Vöhringen gelitten, welches
fast ganz ausgestorben war. Es sei dort alles verstorben und verdorben.
Jedesheim war fast ganz verlassen. In einem zerfallenen Bauernhofe auf dem
Berge war während der Verödung ein großer Holunderbaum in der Wohnstube
aufgewachsen. Die zwei großen Ortschaften Kellmünz und Osterberg
zählten nach dem Kriege zusammen noch 120 Seelen. Das Kloster Roggenburg
zählte 1632 noch 1600 Einwohner, nach dem Kriege aber nur noch 16
Untertanen. Von Illereichen wird berichtet, dass die Bauern, weil sie kein
Zugvieh hatten, die Pflüge hätten selbst ziehen müssen". |
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"Chronik von Tüssen" |
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