Kreisbildstelle Illertissen

Medienzentrale für Schule und Bildung

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Spuk auf dem Schloss

I.

Die Gräfin Agnes von Kirchberg, geb. Gräfin von Werdenberg zu Heiligenberg, ist nach ihrem Ableben heftig tags und nachts gegangen und hat den Leuten zu Illertissen viel Unruhe gemacht. Es hat sie niemals jemand sehen können, außer einer ledigen Tochter ihres Ehegrafen Graf Eberhard VII.

Wenn diese in die Stube gekommen ist, hat sie gesagt: "Jetzt ist sie da, dann dort." Ihrer Beschreibung nach ist sie in lauter Braunem gekleidet gewesen, und oft  hat sie dem kleinen Töchterle mit der Hand gewunken.

Daraufhin wurde beraten und dem Mädchen befohlen, der verstorbenen Gräfin nach zu gehen. So ist es geschehen. Das Töchterle ist ihr bis in die Schlosskapelle nach gegangen. Dort hat es gesehen, wie sie vor dem Altar mit ausgebreiteten Armen nieder kniete und dann verschwand.

Man hat weit und breit ihrethalben Rat gesucht und nach langem erfahren, dass die Gräfin zu ihren Lebzeiten eine Dorfpfarrei ungerecht behandelt hat. Da hat man mit Rat der Gelehrten das Unrecht wieder gut gemacht. So ist ihr geholfen worden, dass sie zur Ruhe kam und fortan weder gehört noch gesehen  wurde.