Jedes
alte Gemäuer hat seine Geheimnisse, so auch die Burg Illertissen. Aus der
Geschichte weiß man, dass die Familie Vöhlin einst einer schwedischen
Belagerung fliehen musste und zwar durch einen geheimen Tunnel.
Heimatfreunde
forschten immer wieder nach dem Einstieg zu diesem Fluchtweg. Aber niemand
fand ihn, bis, ja bis eines Tages, im Jahre 1831, ein Gefangener zu viel
Kraft hatte:
Ein
Sträfling musste in der Wagenremise des Landrichters Märklin Holz
hacken. Diese Remise war einst der Rittersaal der Burg. Der Delinquent
schleuderte ein Holzscheit so kraftvoll auf den Boden, dass sich dieser
auftat und ein tiefes Loch sichtbar wurde. Mit brennendem Stroh wurde die
Luft im Schacht gereinigt, und bei einer näheren Untersuchung stellte man
fest, dass dies der geheimnisvolle Tunnel war. Allerdings war er teilweise
eingestürzt. Am Grund fand man noch ein Messer, das man ins Augsburger
Antiquarium schickte.
Der
Tunnel wurde wieder verschlossen und vergessen. Heute weiß wieder
niemand, wo er liegt.